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Häuser - Zeilen - Umbrüche

Ein Liederantizyklus von Andreas F. Staffel

für Sopran, Synthesizer, Zuspiel (Samples) Video und Tanz
nach eigenen Texten und Gedichten

Über die Komposition

Die Idee, aus eigenen bis dato noch nicht veröffentlichten Gedichten und Textfragmenten einen multimedialen Liederzyklus zu gestalten, entstand im Frühjahr 2022.

Im Sommer konnte ich dann in der Lausitz das zweiteilige Werk von insgesamt sechzig Minuten vertonen. In jeweils einer Hälfte werden Lyrik und Prosa aus der Zeit von 2005 bis 2008 und 2020 bis 2022 gegenübergestellt. Neben gesungenen und teils auf Band gesprochenen Versen erklingen instrumentale Passagen sowie Samples von Stadt- und Naturgeräuschen. Filmausschnitte wechseln sich ab mit Tanz und Gebärdensprache. Die einzelnen Abschnitte sind voller Kontraste und unerwarteter Wendungen, was mich zu dem Untertitel Liederantizyklus angeregt hat. Die Erwartungen der Zuschauer werden antizyklisch durchbrochen.

In der Symbiose von Text, Musik, Bild, Bewegung und Geräusch entfaltet sich ein geradezu opernhaftes Panoptikum, das uns die vielfältigsten Gestaltungsmöglichkeiten der Textvorlage erleben lässt.

Viele der Gedichte sind an unterschiedlichen Orten und Zeiten in Berlin entstanden und bilden eine Hommage an meine Wahlheimat. Neben persönlichen Themen wie Liebe, Natur, Reisen und Familie stehen politische, philosophische und humoristische Reflexionen. Gegen Ende wird uns ein auf der Gitarre vorgetragener Reggea in das nächtliche Kreuzkölln entführen. Die Veranstaltung findet auf der Bühne der Brotfabrik statt, deren Veranstaltungen in den letzten Jahren mehrfach ausgezeichnet wurden.

Mit freundlicher Unterstützung vom Musikfond.

Andreas F. Staffel
Kubik Köpenicker Straße

(6.11.2008)

Nur einige Kubikmillimeter
Von dem Himmelblau
Trennte den Saum vom Säumigen
So rinnt Morgentau … nur einige Milligramm…
Sand im Stundenglas … der Gezeiten

Zerteilt von Millionen Reifen
Ersticken die Rillen im Stein
Wie Zeiger durchdrehend,

Sich doch nicht erreichend
Verharrend auf Klippen-allein …

Neonblau leuchten die Halme am Fluss
Eiserne Beats betäuben die Ohren
Ruderschlag bricht durch die Mitte der Nacht …

Zweifach im geraden Achtertakt
Klatscht traumlos
Die Welle den Morgen stromab.

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