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Palais Lichtenau – Piano Duo Staffel-Gerdes

Jan Gerdes, Klavier
Andreas F. Staffel Klavier

Programm

Claude Debussy: En blanc et noire (1915) 16:00
Andreas F. Staffel: Drei Japanische Reisebilder (2023) 16:00

Pause

Claude Debussy (Arr. Maurice Ravel): Prélude à l´après midi d´une faune (1894) 8:30
Gustav Mahler: Symphonie Nr. 10 Adagio (Arr. Erwin Ratz) (26:00 )

Über das Programm

Die Suite En blanc et noire von Claude Debussy als auch das Adagio aus Gustav Mahlers unvollendeter zehnter Symphonie bilden den Rahmen für das außergewöhnliche Programm des Klavierduos. Beide Werke gehören zu den letzten Werken der bedeutenden Komponisten und stehen an der Schwelle zur Moderne. Sowohl Maurice Ravels Bearbeitung von Debussys Orchesterwerk Prélude à l´après midi d´une faune als auch die Drei japanischen Reisebilder von Andreas F. Staffel ergänzen einen Abend voller klanglicher Subtilität und Farbigkeit.

Debussys Suite En blanc et noire entstand im Kriegsjahr 1915 und ist das letzte große Klavierwerk des Komponisten.

Der erste Satz ist ein energisches Rondo in C-Dur, das seinem Freund dem Dirigenten und Kontrabassisten Sergey Koussewitzki gewidmet ist. Dem Stück ist ein Zitat von Romeo und Julia vorangestellt: “Wer an seinem Platz steht und nicht tanzt, gestehe stillschweigend seine Schande ein.“

Der düstere zweite Satz wird durch ein Gedicht von Francois Villon gegen die „Feinde Frankreichs" eingeleitet. Das Stück entspricht einem musikalischen Schlachtengemälde. Neben stetig wiederkehrenden Tambourrhythmen und Fanfaren werden das lutherische "Eine feste Burg ist unser Gott" als auch die Marseillaise zitiert.

Das dritte Stück ist ein virtuoses Scherzo, das Debussy seinem Freund Igor Strawinsky gewidmet hat. Hier sind bereits viele Techniken und Motive aus den Études verwendet, die Debussy ebenfalls 1915 vollendet hat. Debussys Musik wandelt hier wie in keinem seiner anderen Stücke am Rande der Tonalität.

Die Drei japanischen Reisebilder von Andreas F. Staffel entstanden im Herbst 2023 im Anschluss an eine Konzert- und Unterrichtsreise durch Japan und Korea. Das erste Stück Glissandino ist eine Erinnerung an die weltberühmte Shibuya Crossing in Tokio. Die vielgestaltigen Glissandorichtungen zeichnen ein Bild der aus allen Richtungen strömenden Menschengruppen.

Nr. II Inside-out behandelt die unterschiedlichen Klänge und Resonanzen von natürlichen (Saiten) und künstlichen Flageoletts (stumm gedrückten Tasten). Durch die Echowirkung der Flageoletttöne entsteht eine Art „cirkulierender Raumklang“.

Das letzte Stück Japanese Hotelbar Ambience beschreibt eine Szene in einem Tokioter Hotel und ist zugleich eine Reminiszenz an des Komponisten eigenen Erfahrungen als Hotelbarpianist.

Ravels Bewunderung für Debussys berühmtes Orchesterstück Prélude à l´après midi d´une faune war grenzenlos. In einem Interview bekannte er sogar, sein innigster Wunsch sei es, dereinst zu den Klängen dieses „einzigartigen Wunders in der gesamten Musik“ zu sterben. Hatte Debussy selbst bereits eine Fassung für zwei Klaviere veröffentlicht, übernahm Ravel 1910 die Bearbeitung für Klavier vierhändig, die noch im selben Jahr in Paris erschien.

In dem Adagio aus seiner zehnten, unvollendeten Symphonie hat Mahler die Tür zur Atonalität weit aufgestoßen. Dieses Adagio ist die Essenz spätromantischer schmerzvoller Schönheit und kulminiert in einem unaufgelösten neunstimmigen Akkord Ein Gesang der Liebe und der Klage in nie nachlassender emotionaler Intensität und weltentrückter Melancholie. Die Komposition wurde 1973 von dem österreichischen Musiktheoretiker Erwin Ratz für Klavier zu vier Händen gesetzt.

Über das Duo Staffel-Gerdes

Die beiden Musiker und Freunde arbeiten seit vielen Jahren in unterschiedlichen Projekten zusammen. So hat Jan Gerdes einen wichtigen Teil der Soloklavierwerke von Andreas F. Staffel zur Uraufführung gebracht. Einige davon sind fester Bestandteil in seinem Miniaturen Programm.

Ihren ersten enthusiastisch gefeierten Auftritt hatte das Duo im Palais Lichtenau Potsdam im Rahmen des Festivals Intersonanzen 2023.

jan-gerdes.de
www.andreas-staffel.de

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