Andreas F. Staffel: Suite "Sur bois" für Flöte und Klavier (2002-2016)

Eric Drescher | C-Flöte, Alt-und Piccolo
Pavlos Antoniadis | Klavier

Ton: Daniel Weingarten

I. Épigraphes sur bois (Tombeau)
II. Air on Air
III. Embranchements (Courante)
IV. Les feuillets morts (Sarabande)
V. Langue du feux (Gigue)

Uraufführung Musikstudio Ohrpheo Berlin am 09.06.2017

Sur Bois - Die einzelnen Sätze

Andreas F. Staffel: Über „Sur bois“ für Flöten und Klavier (2009 - 16)

Der erste Entwurf zu einer Flötensuite entstand im Jahr 1999 und wurde im Herbst 2009 sowie 2016 umgearbeitet. Der Titel bedeutet so viel wie „Über Holz“, und spielt auf den Ursprung der Flöte als Mitglied der Holzbläserfamilie an. Ich habe in den fünf einzelnen Sätzen von „Sur bois“ versucht, die sehr unterschiedlichen Facetten des zeitgenössischen Flötenklangs in Verbindung mit dem „Konzertflügelholz“ zu charakterisieren. Der erste Satz, Tombeau (Grabstein) für Altflöte und Klavier, ist meinem im September 2009 verstorbenen Freund Wolfgang Moelders gewidmet, und verbindet die Elemente einer Sarabande mit klanglichen Namensinschriften. In dem zweiten Satz, „Air on Air“ spielen beide Instrumentalisten mit den Möglichkeiten des Atems und den Verbindungen von „klingender Luft“. Im dritten Satz „Embranchements“ (Verzweigungen) kreuzen sich auf-und absteigende melodische und rhythmische Reihen, und bilden verschiedenartigste Formen, die an Verästelungen in der Natur erinnern. Der vierte Satz, „Les Feuilles Mortes“ (Herbstblätter) für Altflöte und Klavier verwendet als einzigen Ton für die Flöte ein eingestrichenes E, dessen Intonation wechselseitig getrübt oder erhellt wird. Vereinzelte parallele Quinten, Septimen und Nonintervalle im Klavier brechen die Schattierung des Flötentons prismatisch. Man wird hierbei an Prozesse in der Natur denken, an jenes immer neue Heranbilden von Falten, Ringen und Verfärbungen. In der rasend schnellen Gigue des letzten Satzes „Langue du feu“ (Feuerzungen) bewegen sich beide Instrumente repetierend in immer höher Registerlagen, bis hin zur „Baumgrenze“ Hierbei verwendet die Flöte stetig wechselnde Klangfarben wie Lippenpizzicati, Trompetentöne, whistle, Jettöne und ohne Flöte gezischte Töne.

(Berlin, Dezember 2016)

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