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Polymonolie I für Akkordeon Solo

Das Stück entstand im Frühjahr 2014 und ist der persischen Künstlerin Sara Assari gewidmet.

Neben der im Titel verborgenen Anspielung auf das Gesellschaftsspiel Monopoly, bezieht sich die Komposition im Kern auf den beständigen Wechsel zwischen Ein-und Mehrstimmigkeit. Vereinzelte, sehr ausgedünnte und an Rezitative erinnerende Passagen stehen neben wahren Klangexplosionen bei denen der Interpret seine absätze perkussiv einsetzt.Die rhythmischen Versetzungen welche im Tango Nuevo eine tragende Rolle spielen werden zusätzlich durch messerscharfe permanent verschobene zweiunddreissigstel hervorgehoben. In den ruhigen passagen synchronisieren sich die Luftgeräusche des Akkordeonbalgs mit der atemluft des Spielers.Sowohl die langsamen als auch die schnellen passagen werden in ihrer Entwicklung an ihre äusserste Extreme geführt.Während die Musik in ihren langsamen Teilen sich immer mehr auflöst und verlöscht, so werden die Allegropassagen auf ihrem höhepunkt zu einer rasenden Besessenheit getrieben, bei welcher der Interpret gleichzeitig chromatische Cluster auf die Tastatur schlägt, den Balg in äußerstem Vibrato bewegt und mit den Füssen aufstampft.Am Ende der Komposition stehen verebbende Basstöne , die, gleich Schiffshupen in der Ferne verhauchen.

Polymonoly for Accordion Solo

The piece was created in the spring of 2014 and is dedicated to the Persian artist Sara Assari.

Besides the allusion in the title to the game Monopoly, the composition is based on the constant change in the score between Mono-and Polyphony. Single, very Notes,  like recitative passages change with  sound blasts in which the player uses his heels percussively. The rhythmic dislocations which plays  a major role in Tango Nuevo is additionally highlighted by sharp permanently shifted demisemiquavers. In the quiet passages, the air noise of the bellow synchronizes with the breathing air of the player. As well  the slow and the fast passages are leaded to their utmost extremes. While the music dissolves more and more in their slow parts to extinguish, the fast passages driven its apex to a frenzied obsession, in which the artist proposes simultaneous chromatic clusters on the keyboard, move the bellows in extreme vibrato and kiccks  strongeley with the feet . At the end of the composition the bass tones are slightly fading, like ship horn in the far distance.

Berlin, September 2014 | Andreas F. Staffel

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