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Encounterpoints II (“Ways to start, continue and ending")

Eine musikalische Schatzsuche für sieben Spieler

Die Komposition entstand im Sommer 2014 als Auftrag des Xenonensembles Berlin im Rahmen des Projekts Ensemblebuch.

Hierbei lautete die Vorgabe, dass die Miniaturen eine Zeitdauer von ca. 5-90 Sekunden nicht überschreiten sollten. Ich habe also vorab für jeden Spieler ein kurzes Solostück geschrieben, hiernach Duette, Trios bis hin zum Septett. Die einzelnen Spieler erhalten hierbei sieben zum Teil sehr kontrastierende Charaktere (wie auf einer Theaterbühne).

Jedem dieser Charaktere wird eine eigene musikalische Stilistik zugeordnet.  Hier die Reihenfolge im Einzelnen:

Saxophon: Nervös (serielle Strukturen) - Fagott: ruhig, getragen (geräuschhaft) - Percussion: religiös, zeremoniell,(percussive Klänge) - Sopran: exaltiert, überdreht,(vokale Artistik) - Violine: misteriös (melodisches Legatospiel)-Viola: melancholisch (mikrotonal) - Kontrabass: beschwingt (Walkingbass)

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Jeder Spieler hat eine eigene Metrik .Durch gestrichelte Linien werden jedoch Synchronisationspunkte und Pausen angezeigt. Die Dauer der einzelnen Teile beträgt zwischen minimal 8 Sekunden und maximal 3 Minuten.
Der Ablauf des Stücks wird per Los entschieden. Hierzu sind entsprechende sieben farbige Zettel (Spielkarten) in einer Box untergebracht. Der Spieler, der die violette  Karte mit dem Buchstaben S (Start) zieht, beginnt. Nachdem der Spieler seinen Part vorgetragen hat weist am Ende der Partitur ein Zeichen auf die nächsten Spieler (Partien) hin.

Es bilden sich Formationen in aufsteigender Reihenfolge (Solo, Duo, Trio, Quartett, etc.)So entsteht ein Szenario wie in einer Gesprächsrunde, in der jeder Teilnehmer eine eigene Sprache spricht. Aus einem Satz entsteht ein Gespräch, aus einer Konversation entsteht eine Art Konferenz, auf der zuweilen alle durcheinander Sprechen. Als Textgrundlage habe ich ein eigenes Haiku (Pfirsichblüte) ausgewählt.

Als Abschluss jeder Runde steht ein Septett. Jede „Runde“ dauert zwischen 5 und 10 Minuten. Es empfehlen sich für den Ablauf „mehrere Partien“ zu spielen, , um dem Publikum darzustellen,wie unterschiedlich die Verläufe der Partitur sein können. Maximal sind sieben mal sieben Runden möglich.

 

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